Stiel-Eiche


Quercus robur

Eiche

Die Eiche ist schon seit ewigen Zeiten ein sagenumwobener, in vielen Kulturen sogar ein heiliger Baum. Unter Eichen wurde wie unter Linden Gericht gehalten, sowohl die Frucht - die Eichel - als auch das charakteristische Blatt ist auf vielen Wappen abgebildet. Auf Grund des harten Holzes und des spät fallenden Laubes galt die Eiche unter anderem in der germanischen Mythologie als Symbol für Unsterblichkeit und Standhaftigkeit. Der Eichenkranz (und das Eichenlaub) gilt als Zeichen für mutige und herausragende Leistungen und wird als Auszeichnung verliehen.

Die Stieleiche kann bis zu 50 m (meist 15 bis 40 m) hoch und bis zu 1000 Jahre alt werden. Die junge Rinde ist noch glatt und graugrün, die Rinde des oft mächtigen Stammes ist graubraun und rissig. Die Blätterform ist sehr charakteristisch mit tiefen Einbuchtungen. Die Eichel ist eine sehr bekannte Frucht, die vor allem von Kindern gerne zum Basteln gesammelt wird. Für Schweine gilt sie als gute Futter. Eichen sind in ganz Europa verbreitet und wachsen sowohl im Mischwäldern als auch alleinstehend auf Wiesen. Hier sehen sie besonders mächtig aus.

Begehrtes Holz
Aufgrund ihres harten, charakteristischen Holzes werden Eichen unter anderem als Eisenbahnschwellen, zum Bootsbau oder als Eichenfässer zur Cognac- und Weinlagerung verwendet. Das Holz der Eiche hat einen besonderen Einfluss auf den Geschmack und das Aroma von z.B. Rotwein. Außerdem wird Eiche gerne für Holzböden und Möbel verwendet.

Bekanntes Heilmittel bei Störungen im Genital- und Analbereich
Eichenrinde galt schon in der Antike als blutstillendes Mittel. Vor allem die Eichenrinde der jungen Äste und Zweige der Stiel-Eiche enthält sehr viel Gerbstoffe. Die getrocknete Rinde hat einen Gerbsäureanteil von 8 bis 20%. Gerbstoffe wirken auf die menschliche Haut und Schleimhaut adstringierend, also zusammenziehend. Sie verfestigen die oberen Gewebeschichten, indem sie mit den Eiweißen der Haut reagieren. Kleine Blutgefäße werden abgedichtet, die Blutung damit gestoppt. Zusätzlich bewirkt eine Abschwächung der Nervenreize eine Verminderung von unangenehmem Juckreiz. Durch die adstringierende, entzündungshemmende, juckreizlindernde Wirkung wird sie deshalb vor allem bei entzündlichen Erkrankungen der Schleimhäute im Mundraum sowie im Gential- bzw. im Analbereich und bei Hämorrhoiden eingesetzt. Innerlich wird Eichenrinde vor allem bei leichten Durchfallerkrankungen verwendet.

Eichenrinde ist aber nur für den akuten Einsatz geeignet, nicht für die Langzeittherapie! Sie sollte auf keinen Fall zu lange, egal ob innerlich oder äußerlich angewendet werden. Äußerlich sollte man Eichenrinde nur ca. 2 Wochen einsetzen, innerlich nur einige Tage.

ACHTUNG: Personen mit Bluthochdruck oder mit einer Herzschwäche sowie großflächigen Hautverletzungen sollten auf die Behandlung mit Eichenrinde verzichten. Die Anwendung sollte im Zweifelsfall auf jeden Fall mit dem Arzt oder Apotheker besprochen werden.

Die Stiel-Eiche war 1989 Baum des Jahres.


Familie: Buchengewächsen (Fagaceae)

Pflanze und Blüte: sommergrüner, einstammiger Baum, bis 50 m Höhe; Eicheln;

Inhaltstoffe: Gerbstoffe, Catechine und Tannine, Flavonoide 

Wirkung: zusammenziehend, entzündungshemmend, juckreizlindernd

Verwendete Pflanzenteile: Rinde der jungen Zweige


Ernte:  junge Zweige kann man von Mai bis Juni bei trockener Witterung schneiden, dabei muss aber unbedingt darauf geachtet werden, dass der Baum nicht geschädigt wird; die Rinde wird abgeschält, ganz dünne Zweige können auch fein geschnitten werden;

FRISCH ODER GETROCKNET: Eichenrinde wird im Normalfall getrocknet verwendet;

ANWENDUNG: Tee (innerlich und äußerlich), als Tinktur

  • Tee (äußerlich) als Sitzbäder bei Hämorrhoiden, Juckreiz und Brennen am After
  • Tee (äußerlich) bei entzündlichen Hauterkrankungen und Hautausschlägen
  • Tee (äußerlich) bei leichten Entzündungen im Mundraum
  • Tee (innerlich) bei durch Bakterien und Viren verursachten Durchfall (die Anwendung sollte aber mit einem Arzt oder Apotheker abgeklärt werden)

Produkte mit STIEL-EICHE:
INIZIO verwendet Stiel-Eiche vor allem als Badezusatz für Sitzbäder bei Störungen im Genital- und Analbereich sowie bei Hämorrhoiden.
Sitzbäder bei Hämorrhoiden
Sitzbäder bei Anal- und Genitalbeschwerden

 

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Gemeine Fichte


Picea abies

Gemeine Fichte

Die gemeine Fichte, auch Rotfichte genannt, ist ein in Europa heimischer immergrüner Baum, der in Ausnahmefällen bis zu 60 m hoch und bis zu 600 Jahre alt werden und einen Stammdurchmesser von bis zu 1,5 m aufweisen kann. Neben der Tanne ist sie der größte europäische Baum. Der Name Picea stammt aus dem Lateinischen und heißt soviel wie harziges Nadelholz. Der Name Abies bedeutet fälschlicherweise Tanne. Die Zapfen benötigen ein ganzes Jahr bis sie reif und zu den braunen, nach unten hängenden, ca. 10 bis 15 cm großen Zapfen werden. Der Stamm weist in tieferen Lagen eine rötlich-braune Färbung auf, deshalb wird der Baum wohl Rotfichte, irreführenderweise auch manchmal Rottanne genannt.

Fichte oder Tanne?
Die Nadeln der Fichte sind im Gegensatz zur Tanne stechend spitz und vierkantig. Meist verteilen sie sich bis auf einen Nahtstelle an der Unterseite rund um den Zweig.

Findet man unter einem Baum „Tannenzapfen“, so ist die Bezeichnung eigentlich falsch. Es handelt sich nämlich um Fichtenzapfen. Von der Weißtanne fällt nämlich gar kein ganzer Zapfen ab, sondern nur einzelne Schuppen. So werden die Samen der Weißtanne freigegeben. Im Gegensatz dazu wirft die Fichte ihre Zapfen als ganzes ab – am Waldboden kann man somit keine Tannen-, sondern nur Fichtenzapfen finden. Außerdem: Während die Zapfen der Fichte am Baum hängen, stehen die der Tanne auf den Ästen.

Mehr als nur Holzlieferant
Die Fichte ist in Deutschland der wichtigste Holzlieferant. Ein Großteil wird als Bau- und Konstruktionsholz für Balken, Kanthölzer,… verwendet, das Holz wird aber auch für Verpackungskisten, Möbel und Streichinstrumente eingesetzt. Fichtennadel werden aber auch zu Hydrolaten und zu Fichtennadelöl destilliert und in der Naturkosmetik verwendet. Der Duft ist typisch harzig, nach Fichtennadeln riechend.
Die Gemeine Fichte wird ähnlich wie die Weißtanne auch als Arznei- und Heilpflanze genutzt. Vor allem das Harz ist Bestandteil vieler Wundsalben aber auch Salben bei Rheuma, Muskelverspannungen und stumpfen Verletzungen. Bekannt ist die Einreibung mit Fichtennadel-Franzbranntwein. Das Öl wirkt durchblutungsfördernd und wärmend und tut so ebenfalls bei Muskelkater, Verspannungen und Rheuma-Schmerzen gut. In der Naturheilkunde wird das ätherische Öl der Fichte außerdem zur Stärkung der Atemwege bei Erkältungskrankheiten und Bronchitis eingesetzt. Fichtenöl wirkt schleim- und hustenlösend, der Duft nach Tannenwald erleichtert einem außerdem das Durchatmen.
Der Duft soll das Selbstvertrauen und die Widerstandsfähigkeit stärken.

Die Kommission E bestätigt die Wirkung frischer Fichtenspitzen und des ätherischen Öles aus den Nadeln innerlich bei Erkältungskrankheiten der Luftwege, äußerlich bei Rheuma und Nervenschmerzen.

Fichtennadeln essen?
Junge Fichtentriebe werden auch als Nahrungsmittel verwendet. Die hellgrünen Triebe schmecken leicht säuerlich, etwas zitronig und können als Salat zu Fleisch, als Sirup… verwendet werden. Durch den hohen Vitamin C Gehalt galten sowohl der Tee als auch die frischen Triebspitzen als Heilmittel gegen Skorbut.  

Die Gemeine Fichte ist der Baum des Jahres 2017 in Deutschland.


Familie: Kieferngewächse (Pinaceae)

Pflanze und Blüte: immergrüner, einstammiger Baum, 30 bis 60 m Höhe; hängende, meist ca. 10-15 cm große Zapfen;

Inhaltstoffe: ätherisches Öl mit Bornylacetat, Borneol, Pinen, Monoterpene, Vitamin C

Wirkung: antibakteriell, schleimlösend, auswurffördernd, durchblutungsfördernd, beruhigend

Verwendete Pflanzenteile: Nadeln, junge Triebe, Harz


Ernte:  junge Fichtentriebe kann man je nach Region von Ende April bis Ende Mai bei trockener Witterung ernten; Harz findet man mit etwas Glück das ganze Jahr über; 

FRISCH ODER GETROCKNET: Zum Essen oder zur Hydrolatgewinnung sind frische Fichtentriebe zu bevorzugen; für Tee können sie jedoch auch getrocknet werden;

ANWENDUNG in der küche: Junge Fichtentriebe können frisch fein geschnitten sowohl roh in Salaten, Kräuterquark oder Kräuterbutter, sowie in Marinaden für Ofengemüse oder Fleisch verwendet werden. Häufig kocht man aus Fichtenspitzen auch Honig oder Sirup. Verwenden sollte man aber wirklich nur die jungen Triebe, bei denen die Nadeln noch ganz weich sind. Für Fichtennadel-Tee können auch schon etwas ältere Triebe verwendet werden;

ANWENDUNG: Tee (innerlich und äußerlich), als Tinktur, als Hydrolat, als ätherisches Öl, bzw. das Harz

  • Tee (innerlich) bei Erkältungen und Husten
  • Tee (innerlich) wirkt schleimlösend
  • Hydrolat (äußerlich) oder Pflanzenöl mit ätherischem Öl bei Muskelkater, Verspannungen, Rheuma
  • Harz als Salbe verarbeitet (äußerlich) bei Rheuma
  • Harz als Salbe verarbeitet (äußerlich) zur Wundpflege
  • Hydrolat (äußerlich) oder ätherisches Öl in einer Duftlampe gibt Selbstvertrauen und wirkt beruhigend

Produkte mit FICHTE:
INIZIO verwendet Fichte vor allem als Hydrolat.
Fichte-Hydrolat

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Frauenmantel


Alchemilla

Frauenmantel

Der Name leitet sich Alchemie ab, der deutsche Name leitet sich wohl von der Ähnlichkeit zur Darstellung von mittelalterlichen Mariendarstellungen ab.
Der Frauenmantel ist in Europa, Asien und Afrika verbreitete Pflanze, die auf Wiesen - vor allem in Bergregionen - wächst, aber auch in Bauerngärten und als Zierpflanze in Parks kultiviert wird. Frauenmantel kommen auf gedüngten Wiesen sehr häufig vor und sind sehr trittresistent. Er wird von vielen Vieharten gerne gefressen und dient deshalb auch als Mähfutter.

Bekanntes Heilkraut im Mittelalter
Die Verwendung des Frauenmantels in der Volksmedizin hat schon eine lange Tradition. Als Tee, Tinktur oder Hydrolat wurde ihm eine adstringierende, straffende und krampflösende Wirkung nachgesagt. Im Mittelalter wurde er deshalb zur Behandlung von Wunden, inneren Geschwüren, Frauenkrankheiten, zur Straffung von hängenden Busen, Bauchschmerzen aber auch Kopfschmerzen eingesetzt. In Kleinen Destillierbuch von Hieronymus Brunschwig wurde das Destillat aus Frauenmantel äußerlich bei Wunden, „für starke Brüste“ und bei innerlichen Krankheiten angewendet. Paracelsus verwendete Frauenmantel zur Wundheilung. Mit dem Aufkommen der Schulmedizin verlor der Frauenmantel zunehmend an Bedeutung, was sehr schade ist.

Heute wird der Frauenmantel nach wie vor bei Frauenleiden, Wechseljahrbeschwerden, Ausfluss, Menstruationsbeschwerden und bei kleinen Wunden, Furunkel und Ekzemen verwendet. Bei Zahnfleischbluten wirkt Frauenmantel adstringierend / blutungsstillend und Zahnfleisch-kräftigend. Auch die leicht hautstraffende Wirkung wird bei manchen Anwendungen hervorgehoben. Die Kommission E bestätigt die Wirkung bei leichtem Durchfall.

Frauenmanteltau
Der Frauenmanteltau ist ein von der Pflanze selbst erzeugter „ausgeschwitzter" Wassertropfen (Guttationstropfen). Hat der Frauenmantel mehr Wasser aus dem Boden aufgenommen, als er durch seine feinen Poren ausscheiden kann, presst er die überschüssige Flüssigkeit aus den Öffnungen am Ende der Blattspitzen. Dieser Tau galt schon früher als „Zauberwasser“ und wird teilweise heute noch in mühsammer Handarbeit zusammengesammelt. Es gilt jedoch zu beachten, nur auf ungedüngten Boden zu Sammeln, denn im Guttationstropfen sind auch die Inhaltstoffe des Bodens vorhanden.


Familie: Rosengewächse (Rosaceae)

Pflanze und Blüte: Halbsträucher oder ausdauernd krautige Pflanzen, bis zu 60 cm hoch; kleine unscheinbare kronblattlose hellgrüne Blüten; Blütezeit: Mai bis September;

Inhaltstoffe: Gerbstoffe, Bitterstoffe, Flavonoide, Phytosterine, ätherische Öle, Salicylsäure, Saponine, Calciumoxalat-Drusen

Wirkung: adstringierend - zusammenziehend, leicht straffend, krampflösend, entzündungshemmend

Verwendete Pflanzenteile: hauptsächlich Blätter, seltener auch Blütenstände


Ernte: von meist Mai bis Oktober; bei Sonnenschein, wenn der Tau abgetrocknet ist; alle oberirdischen Teile, meist aber die Blätter;

FRISCH ODER GETROCKNET: Zur Trocknung den Frauenmantel zu Sträußchen binden oder lose auf einem Backblech verteilen. Frisches Kraut ist zu bevorzugen.

ANWENDUNG: Tee (innerlich und äußerlich), als Tinktur, Ölauszug und Hydrolat

  • Tee (innerlich) bei leichtem Durchfall (von der Kommission E anerkannt), wirkt leicht stopfend
  • Tee (innerlich) zur Menstruationsregulierung und bei Menstruationsbeschwerden
  • Tee (innerlich) bei Frauenleiden, Senkungsbeschwerden
  • Hydrolat (äußerlich) bei Hautunreinheiten
  • Gesichtsdampfbad zur Hautberuhigung bei Hautunreinheiten
  • Waschung bei Ekzemen, Furunkeln
  • Mundspülung bei entzündeten Mundschleimhäuten, Zahnfleischbluten
  • Zahnöl bei entzündeten Mundschleimhäuten, Zahnfleischbluten

Produkte mit Frauenmantel:
INIZIO verwendet Frauenmantel vor allem als Hydrolat und in Ölauszügen.
Frauenmantel-Hydrolat
Frauenmantel Ölauszug

Zum Hydrolat-Sortiment von Inizio Naturkosmetik
Zu den Ölauszügen von Inizio Naturkosmetik


LUNAS EMPFEHLUNG:
Frauenmantel bei Zahnfleischbluten

Wer regelmäßig an Zahnfleischbluten leidet, sollte folgenden Tipp unbeding ausprobieren:

Zähne mit Frauenmantelöl putzen
Putzen Sie die Zähne am Abend wie gewohnt. Mund gut ausspülen. Nun auf eine weiche Zahnbürste zwei Tropfen Frauenmantelöl geben und Zahnfleisch sanft damit massieren (im ganzen Mundraum gesamt maximal 2 Minuten). Nicht nachspülen!

Frauenmantelhydrolat
Sprühen Sie mehrmals täglich Frauenmantel-Hydrolat auf die betroffenen Zahnfleischstellen.

 

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Gänseblümchen


Bellis perennis

Gaensebluemchen

Woher weiß das Gänseblümchen eigentlich, wer wen liebt? Ein bisschen kindlich ist dieses Spiel, das ursprünglich aus Frankreich stammt und mit einer Margerite gespielt wird, allemal, trotzdem haben viele von uns es wohl schon gemacht: dem Gänseblümchen die Blütenblätter abgezupft. Das Gänseblümchen mit seinen unermüdlich blühenden weißen Köpfchen, dass sich im Laufe des Tages immer nach der Sonne richtet und am Abend oder bei Regen schließt, hat es wie kein anderes Blümchen in die Herzen der Menschen geschafft und wurde neben so bedeutenden Blumen wie der Lilie oder der Rose sogar zum Sinnbild für Maria.

Das Gänseblümchen ist eine in Mitteleuropa weit verbreitete Pflanze, die im Gegensatz zu vielen anderen Pflanzen und Lebewesen, sehr stark vom Menschen profitiert hat. Mit der Schaffung von Haus, Hof und Weiden hat es optimale Lebensbedingungen vorgefunden. So bezieht sich der Name des Gänseblümchen wahrscheinlich darauf, dass es gerne auf den Weideplätzen der Gänse wuchs, da hier durch das Umhertrampeln der Gänse die umgebenden Pflanzen klein gehalten werden. Möglicherweise bezieht sich der Name auch nur auf die weiße Farbe. Auf nicht durch den Menschen kultivierten Wiesen kann sich das Gänseblümchen nur schwer gegen höher wachsende Pflanzen durchsetzen, deshalb konnte es sich erst mit dem Anlegen von Park-, Rasen- und Gartenanlagen im großen Stil ausbreiten. Durch die Verunreinigung von Grassamen mit seinem Samen konnte es sich fast weltweit ausbreiten.

Der wissenschaftliche Name lautet Bellis perennis. Das bedeutet soviel wie „schön“ (bellus) und „das ganze Jahr hindurch dauernd“ (perennis) und deutet darauf hin, dass das Blümchen fast das ganze Jahr über blüht. Liegt kein Schnee, zeigt Bellis perennis schon an warmen Wintertagen die ersten Blütenköpfe und verschwindet nur für kurze Zeit im Winter, wenn Dauerfrostperioden angesagt sind.

Warum haben Gänseblümchen manchmal rosa Spitzen?
Darüber gibt es viele Geschichten und Mythen. Tatsächlich ist dafür aber der Farbstoff Anthocyan verantwortlich, der das noch junge Blümchen vor schädlichem UV-Licht schützt. Der Mensch hat einen ähnlichen Schutzmechanismus, bei uns färbt sich die Haut zum Schutz vor zuviel Sonneneinstrahlung auf Grund von Melanin braun. Sobald die Blätter und Blütenkörbchen beim Gänseblümchen voll entwickelt sind, verlieren die sie meist ihre rosa Färbung. Manche behalten sie jedoch genetisch bedingt dauerhaft. Übrigens lässt sich die leichte Rotfärbung manchmal auch bei jungen Laubbaumblättern feststellen.

Saponine - vielseitige Helfer
In der Volksheilkunde wird das Gänseblümchen schon seit Jahrhunderten verwendet. Ein Grund für die überzeugende Wirkung sind sicherlich die im Gänseblümchen enthaltenen Saponine. Diese wirken entzündungshemmend, schleimlösend, antibakteriell und regen das Immunsystem an. Schon im Kleinen Destillierbuch des Hieronymus Brunschwig (1450 - 1512) wurde die wundheilende Wirkung des Gänseblümchens erwähnt. Heute wird es vor allem zur Hautpflege und -reinigung von unreiner Haut, bei schuppiger Haut oder Hauterkrankungen aber auch bei Erkältungen, Schnupfen und Kopfweh eingesetzt. Besonders heilkräftig gilt es in der Wundbehandlung von Schürf- und Schnittwunden. Bei Verspannungen, Muskelkater und zur Stärkung der Gelenke kann es zur unterstützenden Pflege wertvolle Dienste leisten.

Entschlacken, entgiften und reinigen
Die stoffwechselanregende, leicht harntreibende, blutreinigende Wirkung wird vor allem dazu genutzt, um den Körper zu entgiften. Vor allem im Frühjahr, wenn die ersten Gänseblümchen sehr viel Energie aufweisen, kann eine Frühjahrskur mit Gänseblümchen sehr wertvoll sein, um neue Kraft für das Jahr zu tanken. Hierzu eignen sich vor allem Tees, Hydrolate aber auch die frischen Blüten.

Essbare Wildblume
Das Gänseblümchen ist essbar und wird auch gerne als dekoratives Element in der Küche in Suppen, Salaten oder Nachspeisen eingesetzt.

Wissenschaftliche Studien über die Heilwirkung des Gänseblümchens fehlen zum Großteil.
Trotzdem war das Gänseblümchen 2017 Heilpflanze des Jahres.

 

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Familie: Korbblütler (Asteraceae)

Pflanze und Blüte: sehr ausdauernde krautige Pflanze, bis 15 cm hoch; körbchenförmige Blütenstände, weiße Zungenblüten in zwei Reihen angeordnet, im Zentrum zwischen 75 und 125 gelbe, zwittrige und trichterförmige Röhrenblüten, die Einzelblüten erwecken den Anschein einer Gesamtblüte; Blütezeit: Februar bis November - in milden Jahren ganzjährig;

Inhaltstoffe: Saponin, ätherische Öle, Bitterstoffe, Gerbstoffe, Schleim

Wirkung: antimikrobiell, stärkend, blutreinigend, krampf- und schleimlösend, stoffwechselanregend, harntreibend

Verwendete Pflanzenteile: Blüten und Blätter


Ernte: Gänseblümchen können fast das ganze Jahr vereinzelt blühen, die Hauptblütezeit ist aber von März bis Anfang Mai; bei Sonnenschein und voller Blüte zur Mittagszeit; alle oberirdischen Teile - Blüten und Blätter;

FRISCH ODER GETROCKNET: Zur Trocknung das Gänseblümchen lose auf einem Backblech verteilen.

ANWENDUNG in der küche: Frisch in Salaten, Kräuterquark, als essbare Blüte zur Dekoration auf den verschiedensten Gerichten

ANWENDUNG: Tee (innerlich und äußerlich), als Tinktur, Ölauszug und Hydrolat

  • Tee (innerlich) bei Erkältungen, Schnupfen und Husten (auch bei Kindern gut geeignet)
  • Tee oder Hydrolat (innerlich) zur Entgiftung und Entschlackung – auch als Frühjahrskur in der Kombination mit z.B. Löwenzahn, Brennnessel und Zitronenmelisse
  • Hydrolat (äußerlich) zur Hautpflege bei Hautunreinheiten, Mitesser oder schuppiger Haut
  • Hydrolat (äußerlich) zur porenöffnenden Hautreinigung
  • Umschläge oder Wickel zur Stärkung der Gelenke oder bei Verspannungen
  • Hydrolat oder Ölauszug bei Schürfwunden (v.a. bei Kindern)

Produkte mit Gänseblümchen:
INIZIO verwendet Gänseblümchen vor allem als Hydrolat und in Hydrolatmischungen.
Intimpflege-Hydrolat MORGENTAU mit Gänseblümchen
Babypflege-Hydrolat FEENSTAUB mit Gänseblümchen
Hydrolat WILDE BRAUT mit Gänseblümchen
Feuchtigkeitscreme STREICHELEINHEIT mit Gänseblümchen

Gänseblümchen-Hydrolat
Zum gesamten Hydrolat-Sortiment von Inizio Naturkosmetik

 

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Gänsefingerkraut


Potentilla anserina

Gaensefingerkraut

Das Gänsefingerkraut ist eine in Mitteleuropa weiterverbreitete, eher unscheinbare Pflanze, die von den meisten Menschen wenig Beachtung erhält. Dabei ist das in den gemäßigten Zonen der Nordhalbkugel vorkommende Kraut auch ein wirksames Heilkraut und eine tolles Nahrungsergänzungsmittel. Gänsefingerkraut liebt verdichteten, mit unter überdüngten Boden und ist damit eine jener Pflanzen, die von der heutigen Landwirtschaft profitiert. Es zählt zu den Pionierpflanzen, das heißt es gehört zu den ersten Pflanzen, die z.B. auf dem kahlen Erdaushub wieder wächst. Wer es einmal gesucht hat, kann es relativ leicht erkennen: Die Blätter des Krautes sind gezackt, fingerförmig und an der Vorderseite nur spärlich, an der Rückseite jedoch dicht silbrig behaart – daher auch der Name Silberkraut. Im Sommer zeigt es kleine gelbe Blüten.

Wirksames Krampfkraut
Gänsefingerkraut gilt als das Krampfkraut schlechthin. Deshalb wird es bei Magen-Darm-Krämpfen, bei Durchfall mit Krämpfen, bei krampfhaftem Husten sowie bei krampfartigen, schmerzhaften Regelbeschwerden verwendet. Nicht nur deshalb ist es ein wirksames Frauenkraut, Gänsefingerkraut soll auch bei der Behandlung von Myomen positive Auswirkungen haben. Selbst bei Krampfadern oder Wadenkrämpfe soll Gänsefingerkraut helfen. Krämpfe werden sowohl durch die innerliche Einnahme als auch durch das äußerliche Auflegen von Wickel gelindert.

Weitere Anwendungen sind Mundspülungen bei Zahnfleisch- oder Mundraumentzündungen sowie bei Halsweh. Früher wurde das Kraut auch bei innerlichen Blutungen sowie bei Nasenbluten eingesetzt, diese Anwendungen werden aber heute kaum noch praktiziert.

Essbare Wildblume
Gänsefingerkraut soll die Aufnahme von Mineralstoffen, vor allem von Kalzium begünstigen. Deshalb ist es auch sinnvoll, es in den Speiseplan zu integrieren. Gänsefingerkraut schmeckt relativ mild und kann deshalb auch sehr gut Salaten und Suppen beigefügt oder in Smoothies verarbeitet werden. Auch die Blüten sind essbar und können als Dekoration auf diversen Speisen verwendet werden.

Kräutermilch
Neben der Anwendung als Hydrolat oder als Tee wird Gänsefingerkraut auch gerne in Milch ausgezogen. Hierbei sollen neben den wasserlöslichen nämlich auch die fettlöslichen Inhaltstoffe in die Milch übergehen. Dazu wird 1/4 Liter Milch in einem kleinen Topf aufgekocht, vom Herd gezogen und darin einige Blätter des frischen Krautes ca. 10 Minuten zugedeckt ausgezogen. Abseihen und über den Tag verteilt warm oder kalt trinken.


Familie: Rosengewächse (Rosaceae)

Pflanze und Blüte: ausdauernde krautige Pflanzen, 10 bis 25 cm hoch; radiersymmetrische und zwittrige gelbe Blüten; Blütezeit: Mai bis September; die Blätter sind auf der Oberseite spärlich, auf der Unterseite silbrig behaart;

Inhaltstoffe: Gerbstoffe, Bitterstoffe, Schleimstoffe, Flavonoide, Cumarine

Wirkung: krampflösend, adstringierend - zusammenziehend, entspannend, entzündungs­­hemmend, blutstillend

Verwendete Pflanzenteile: v.a. Blätter, Blüten aber auch Wurzeln


Ernte: von meist März bis zum Frost; bei Sonnenschein, wenn der Tau abgetrocknet ist; alle oberirdischen Teile, meist aber die Blätter; 

FRISCH ODER GETROCKNET: Zur Trocknung das Gänsefingerkraut zu Sträußchen binden oder lose auf einem Backblech verteilen.

ANWENDUNG in der küche: Frisch in Salaten, Suppen, Kräuterquark, als essbare Blüte zur Dekoration auf den verschiedensten Gerichten

ANWENDUNG: Tee (innerlich und äußerlich), als Tinktur, als Kräutermilch, Ölauszug und Hydrolat

  • Tee, Milch oder Hydrolat (innerlich) bei krampfartigen Magen-/Darmstörungen sowie krampfartigen Beschwerden bei Durchfall
  • Tee, Milch oder Hydrolat (innerlich) bei Menstruationsbeschwerden
  • Tee, Milch oder Hydrolat (innerlich) bei Myomen
  • Umschläge/Wickel mit Hydrolat oder frischem, zerquetschtem Kraut bei Wadenkrämpfen
  • Umschläge/Wickel mit Hydrolat oder frischem, zerquetschtem Kraut bei geschwollenen Beinen, Krampfadern
  • Tee oder Hydrolat als Mundspülung bei entzündeten Mundschleimhäuten, Zahnfleischbluten
  • Tee oder Hydrolat als Mundspülung bei Halsentzündungen

Produkte mit Gänsefingerkraut:
INIZIO verwendet Gänsefingerkraut vor allem als Hydrolat.
Gänsefingerkraut-Hydrolat
Zum gesamten Hydrolat-Sortiment von Inizio Naturkosmetik

Icon Eule
Persönliche Erfahrungen

Gänsefingerkraut bei starker, krampfartiger Monatsblutung

Meine Periode wurde in den letzten Jahren leider immer stärker, vermehrt mit geronnenem Blut, auch die krampfhaften Beschwerden nahmen stetig zu. Seit einem Jahr verwende ich immer ca. in der Zeit vom Eisprung bis zum 3. Tag der Periode morgens 1 EL Gänsefingerkraut-Hydrolat und 1 EL Hirtentäschel-Hydrolat in einem kleinen Glas Wasser ein. Die Menstruationsbeschwerden haben deutlich abgenommen, ich habe immer noch keine „leichte“ Periode, aber sie ist um vieles regelmäßiger und weniger stark.

 

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Gewöhnliches Hirtentäschel


Capsella bursa-pastoris

Gewöhnliches Hirtentäschel

Woher das Hirtentäschel ursprünglich kommt? Die genaue Herkunft ist ungewiss, doch mittlerweile kommt das gewöhnliche Hirtentäschel in ganz Europa sowie in Asien vor. Hirtentäschel findet man außerdem in vielen Ländern der Welt als Neophyt. Die eher unscheinbare, von vielen nicht beachtete Pflanze ist extrem anpassungsfähig, sie gedeiht sowohl an Ruderal Standorten (von Menschen stark geprägte Flächen, z.B. Bauschutthügel, Schutthalden,…) als auch auf Äckern und in Gärten sehr gut. Der Name Capsella leitet sich aus dem Lateinischen ab und bedeutet „kleine Tasche“. Capsella bursa-pastoris bedeutet also Tasche mit der Geldbörse des Pastors (Hirte). Scheinbar hatten die Lederbeutel der Hirten im Mittelalter diese Form. Augenscheinlicher ist mir schon der Name Herzelkraut, sehen doch die Früchte des Hirtentäschels aus wie kleine Herzen.

Heilwirkung
In der Volksmedizin ist Hirtentäschel auf jeden Fall seit dem späten Mittelalter bekannt. Es scheint sehr passend, dass das Kraut mit den vielen kleinen Herzchen ausgezeichnet dazu geeignet ist, unser Herz zu stärken. Es gehört zu jenen Kräutern, die harmonisierend und regulierend auf ein schwaches Herz wirkt und sowohl erhöhten als auch niedrigen Blutdruck ausgleicht. Die ausgleichende Wirkung auf die Blutgefäße kann auch bei Krampfadern, Hämorrhoiden und zur Hautpflege ausgenutzt werden. Auch zur Austreibung von Harnsteinen sowie bei Rheuma und Gicht wurde das Hirtentäschel verwendet.

Blutkraut
Das weitaus bekannteste und bedeutendste Einsatzgebiet ist aber jenes als blutstillendes Mittel. Hirtentäschel wird bei Nasenbluten, bei starker Monatsblutung oder Zwischenblutungen, bei oberflächlich blutenden Wunden, zur Pflege von blutenden Hämorrhoiden, bei blutigem Durchfall,… eingesetzt.

Die Kommission E bestätigt die Wirkung von Hirtentäschel bei leichter Menorrhagien und Metrorrhagien, Nasenbluten und oberflächliche blutende Hautverletzungen.

Essbare Wildblume
Hirtentäschel ist sowohl zum Ernten als auch zum Verarbeiten eher mühsam und spielt als Nahrungsmittel deshalb keine wirklich bedeutende Rolle, obwohl die Inhaltsstoffe eigentlich dafür sprechen. Es ist zwar ein wenig mühsam, aber auch wegen der dekorativen Wirkung lohnt sich das Abschneiden der einzelnen Herzchen als essbarer, gesunder Schmuck auf Tellern, Kräutertopfen, Salaten,… Der grüne, ganz leicht nussige Geschmack passt zu den meisten Speisen recht gut.


Familie: Kreuzblütler (Brassicaceae)

Pflanze und Blüte: ein- bis zweijährige krautige Pflanzen, bis 50 cm hoch; vierzählige, zwittrige Blüten, weiß bis rosafarben, die Fruchtschötchen sind herzförmig ; Blütezeit: März bis Dezember; die Grundblätter sind rosettig angeordnet;

Inhaltstoffe: Aminosäuren, Proteine, Flavonoide, Kalium- und Kalziumsalze

Wirkung: blutstillend, blutdruckregulierend, blutreinigend, harntreibend, leicht schmerzstillend

Verwendete Pflanzenteile: alle oberirdischen Teile


Ernte: fast ganzjährig (bis auf die Frostzeiten); bei Sonnenschein, wenn der Tau abgetrocknet ist; alle oberirdischen Teile;  

FRISCH ODER GETROCKNET: Zur Trocknung das Hirtentäschel zu Sträußchen binden oder lose auf einem Backblech verteilen.

ANWENDUNG in der küche: Frisch in Salaten, Suppen, Kräuterquark, als essbare Blüte sowie die Herzchen (Fruchtschoten) zur Dekoration auf den verschiedensten Gerichten

ANWENDUNG: Tee (innerlich und äußerlich), als Tinktur, Ölauszug und Hydrolat

  • Tee oder Hydrolat (innerlich) bei schwachem Herz sowie zum Ausgleichen von niedrigem als auch von hohem Blutdruck
  • Tee oder Hydrolat (innerlich) bei starker Menstruation
  • Tee oder Hydrolat (innerlich) bei Myomen
  • Tee oder Hydrolat (innerlich) bei blutigem Durchfall
  • Umschläge/Wickel mit Hydrolat oder frischem, zerquetschtem Kraut bei geschwollenen Beinen, Krampfadern
  • Hydrolat (äußerlich) bei oberflächlich blutenden Wunden
  • Hydrolat (äußerlich) bei Hämorrhoiden
  • Tee oder Hydrolat als Tampon bei Nasenbluten

Produkte mit Gewöhnlichem Hirtentäschel:
INIZIO verwendet Gewöhnliches Hirtentäschel vor allem als Hydrolat.
Hirtentäschel-Hydrolat
Zum gesamten Hydrolat-Sortiment von Inizio Naturkosmetik

Icon Eule
Persönliche Erfahrungen

Hirtentäschel bei starker Monatsblutung

Ich hatte schon von Anfang an eine starke Monatsblutung. In den ersten vier Tage meiner Periode habe ich mich kaum aus dem Haus getraut, nachts habe ich immer auf einer Plastikunterlage geschlafen. Ich trinke nun jeden Tag zwei Tassen Hirtentäschel-Tee und meine Periode ist zwar noch stark, aber ich muss nicht mehr fürchten, dass alle 30 Minuten etwas „übergehen“ kann.

 

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Gundermann


Glechoma hederacea

Gundermann

Gundermann wächst bevorzug auf fruchtbaren, schweren sowie kalkhaltigen Böden. Er fühlt sich genauso unter Bäumen und Hecken wie an Wegrändern oder an Komposthaufen wohl. Selbst unter der Schneedecke entwickelt er kleine Blättchen und im Frühjahr ist er einer der ersten verfügbaren Wildkräuter. Der Name leitet sich voraussichtlich vom althochdeutschen „Gund“ - „Eiter“ ab. Gundermann wurde schon im Mittelalter als Heilpflanze verwendet. Er wird in der Volksmedizin bei schlecht heilenden Wunden, aber auch bei Durchfall, Magen-, Gallen- und Leberbeschwerden sowie Lungenerkrankungen eingesetzt. Auch zur Spülung von Mund- und Rachenraum bei Entzündungen kann er eingesetzt werden. Hildegard von Bingen (1098 - 1179) setzte die Pflanze bei Erschöpfungszuständen und Ohrensausen ein. Vor der Kultivierung des Hopfens wurde Gundermann auch zur Konservierung von Bier eingesetzt.

Gundermann hat auch entgiftende Eigenschaften, er ist deshalb bestens für Entschlackungs- und Reinigungskuren geeignet. Zur Ausleitung von Giften aus dem Körper eignet sich gut Gundermanntee, aber auch Gundermann in Salaten. Wem Gundermanntee zu herb schmeckt, kann ihn gut mit Löwenzahn, Gänseblümchen und Zitronenmelisse mischen.

Bekanntes Gründonnerstagskraut – aromatisches Würzkraut in der Küche
Früher wurde das Kraut auch gerne in Suppen oder als Gemüse gekocht. Ein Beispiel ist die Gründonnerstagssuppe. Sie besteht aus 9 Wildkräutern, eines davon ist traditionell der Gundermann. Reich an Vitamin C, Bitterstoffen und Kieselsäure ist er auch heute noch ein wertvolles Küchenkraut.


Familie: Lippenblütler (Lamiaceae)

Pflanze und Blüte: wintergrüne ausdauernde krautige Pflanze, Hauptsproß bis zu 2 m lang; blau-violette Blüten; Blütezeit: April bis Juni;

Inhaltstoffe: Flavonoide, Bitterstoffe, ätherische Öle, Gerbstoffe, Triterpenoide, Saponine

Wirkung: auswurffördernd, gift-ausleitend, entzündungshemmend, antibakteriell, schleimlösend, zusammenziehend

Verwendete Pflanzenteile: Blätter und Blüten


Ernte: Gundermann wächst das ganze Jahr, sogar unter der Schneedecke, die Haupterntezeit ist aber von März bis Juli; bei Sonnenschein, wenn der Tau abgetrocknet ist; alle oberirdischen Teile - Blüten und Blätter;

FRISCH ODER GETROCKNET: Zur Trocknung den Gundermann lose auf einem Backblech verteilen. Das frische Kraut ist zu bevorzugen.

ANWENDUNG in der küche: Blätter in Salaten, Suppen, Eierspeisen, Kräuterquark, Kräuterbutter,... (schmeckt herb-würzig; Achtung deshalb beim Dosieren!)

ANWENDUNG: Tee (innerlich und äußerlich), als Tinktur, Ölauszug und Hydrolat

  • Tee (innerlich) zur Entgiftung
  • Tee (innerlich) zur Stärkung von Leber und Galle
  • Tee (innerlich) wirkt schleimlösend
  • Hydrolat (äußerlich) bei Ekzemen
  • Ölauszug oder Hydrolat (äußerlich) bei kleinen Verletzungen, Kratzern, Schürfungen,...
  • Hydrolat (äußerlich) bei unreiner Haut und Akne

Produkte mit Gundermann:
INIZIO verwendet Gundermann vor allem als Hydrolat und in Hydrolatmischungen sowie als Ölauszug.
Hydrolat WILDE BRAUT mit Gundermann

Gundermann-Hydrolat
Gundermann Ölauszug
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LUNAS EMPFEHLUNG:
Kräuterquark mit Gundermann

Wem Gundermann als Einzelgemüse zu streng schmeckt aber trotzdem nicht auf seine Inhaltstoffe verzichten möchte, kann ihn auch mit anderen Kräutern vermischt in Kräuterquark einsetzen.

Rezeptvorschlag
Zwei/drei Blätter Gundermann, ein junges Blatt Löwenzahn und nach Belieben einen Zweig Petersilie, etwas Schnittlauch, Rosmarin, Majoran oder Basilikum fein hacken, mit drei gehäuften Esslöffeln Quark, einem Spritzer Olivenöl und Zitrone, etwas Senf, Salz und Pfeffer gut verrühren und eventuell mit Gundermann und/oder Gänseblümchen-Blüten verzieren. Wer den Quark etwas weniger grob mag, gibt noch einen Esslöffel Crème Fraîche dazu.
Passt gut zu gekochten Kartoffeln, als Sauce zu gegrilltem Fleisch oder auf ein frisches Stück Vollkornbrot.

Sowohl Gundermann Hydrolat als auch Gundermann Ölauszug können zum Würzen von Speisen verwendet werden. Beide schmecken bei weitem nicht so herb wie der frische Gundermann, enthalten aber trotzdem die wertvollen Inhaltstoffe. Einfach aufsprühen oder z.B. unter den Kräuterquark rühren.

 

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Ho-Blätter


Cinnamomum camphora

Ho

Die Ho-Blätter stammen vom Kampher-Baum. Dieser war ursprünglich in China heimisch. Mittlerweile wird der Baum auch in Afrika, Brasilien und Sri Lanka angebaut und kommt in vielen Ländern der Erde vor.

Das ätherische Öl der Ho-Blätter duftet blumig-holzig. Der frische Duft wirkt entspannend und ausgleichend auf die Psyche. Außerdem ist das Öl für die meisten Hauttypen sehr gut geeignet. Es pflegt sowohl trockene, reife als auch fettige Haut, zu Akne neigender Haut und lässt sich sehr gut mit anderen Duftrichtungen kombinieren. Das macht es zu einem sehr beliebten Öl in der Aromatherapie, aber auch in Hautpflegeprodukten, Parfums und Massageölen.

Umweltfreundlichere Alternative
Das Ho-Blätter-Öl wird durch Wasserdampfdestillation aus den Blättern und Zweigen des Kampher-Baumes gewonnen. Der Baum muss somit zur Gewinnung des Öles nicht gefällt werden. Da er vom Duft und von der Wirkung dem Öl des Rosenholzbaumes gleicht, stellt er eine schonende Alternative zum stark dezimierten, bedrohten Rosenholzbaum dar.
Aus ökologischen Gründen verwendet INIZIO kein ätherisches Rosenholzöl.


Familie: Lauraceae - Lorbeergewächse

Pflanze und Blüte: immergrüner Baum, bis 30 m, in Ausnahmefällen bis 50 m hoch; rosa bis lila Blüten

Inhaltstoffe: Monoterpene, Ketone, Oxide

Wirkung: antibakteriell, antiviral, entspannend, ausgleichend

Verwendete Pflanzenteile: Blätter und Zweige


ANWENDUNG: ätherisches Öl (äußerlich), pur in Duftlampen oder in Ölmischungen; nicht unverdünnt auf die Haut auftragen!

  • ätherisches Öl (Duftlampe) – beruhigend, erfrischend, stimulierend, tonisierend
  • Gesichtsdampfbad mit ätherischem Öl bei Infektionen der Atemwege (v.a. bei Kindern)
  • Gesichtsdampfbad mit ätherischem Öl zur Hautberuhigung und Klärung sowie zur Behandlung von unreiner Haut (Pickel,...), Akne und Ekzemen
  • Körperöl mit Ho-Blätter zur Massage bei Schmerzen in Muskeln und Gelenken

Produkte mit Ho:
INIZIO verwendet Ho vor allem als ätherisches Öl.
Intimöl STREICHELEINHEIT mit Ho

 

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Schwarzer Holunder


Sambucus nigra

Schwarzer Holunder

Der Schwarze Holunder ist die in Mitteleuropa am weitest verbreitete Holunder-Art. Er steht häufig am Wegrand, auf Abhängen und Lichtungen. Baum sowie Strauch sind schon seit jeher Gegenstand von Geschichten, Mythen und Sagen. Deshalb wurde er auch gerne Außerdem wurde er gerne in Hof und Garten angepflanzt. So wohnte bei den Germanen im Holunderstrauch die Schutzgöttin Holda bzw. Freia, die Haus und Hof gegen Hexen und böse Geister beschützen konnte. Auch Unwetter und Blitze wehrte sie ab. In anderen Regionen ist der Holunder Frau Holle geweiht. Möglicherweise stammt sogar sein Name von ihr. Der Duft wird gerne als Raumspray verwendet und soll für ein positives Raumklima sorgen.

Schweiß- und wassertreibend
Die Heilwirkung ist ebenfalls schon seit langer Zeit bekannt. Hippokrates soll Holder als wassertreibendes Mittel empfohlen haben. Holunderbeeren werden deshalb auch bei Harnwegsinfekten eingesetzt. Holunderblütentee ist in der mitteleuropäsischen Volksmedizin auf Grund seiner schweißtreibenden Eigenschaften ein traditionelles Mittel bei Fieber und Erkältungen. Die Erkältung soll dabei ganz einfach ausgeschwitzt werden. Auch in Asien und Amerika werden Holunderarten oft auf ähnliche Weise eingesetzt.

Einfaches Mittel bei Sommersprossen und Altersflecken
In der Naturkosmetik kann Holunderblüten-Hydrolat vor allem in Deodorants, Aftershaves oder in Hautcremen verwendet werden. Dabei wird das Hydrolat auf Grund seines blumigen, aromatischen Duftes geschätzt. Die Blüten haben aber auch eine hautberuhigende, antioxidative, ausgleichende Wirkung und eignen sich zur Pflege bei gestresster, zu Entzündungen neigender Haut, bei kleinen Pickelchen und Hautunreinheiten. Die antioxidative, erfrischende Wirkung von Holunderblüten Extrakt wird auch zur Pflege der empfindlichen Hautpartien um die Augen geschätzt und soll hier die Faltenbildung verringern. Manche schwören auch auf das Hydrolat zur Abschwächung von Sommersprossen und Altersflecken. Dazu muss das Hydrolat über einen längeren Zeitraum täglich als Gesichtswasser verwendet werden.


Familie: Moschuskrautgewächse (Adoxaceae)

Pflanze und Blüte: verholzende Halbsträucher, Sträucher oder kleine Bäume, 1 bis 7 m; schirmtraubige oder rispige weiße Blütenstände, schwarze beerenähnliche Früchte; 

Inhaltstoffe: Flavonoide, ätherisches Öl, Rutin, Gerbstoffe, Phytosterine

Wirkung: schweisstreibend, wassertreibend, auswurffördernd, entzündungshemmend, antioxidativ, haut-ausgleichend bei Pigmentflecken

Verwendete Pflanzenteile: Blütenstände, Früchte (nur in reifem Zustand), Blätter


Ernte:  Holunderblüten kann man je nach Region von Ende April bis Mitte Mai bei Sonnenschein ernten (im Optimalfall nach 2-3 sonnigen Tagen, damit sich das Aroma voll entfalten kann); Holunderbeeren sind im Spätsommer reif; es können Blüten, Blätter und Früchte (nur reife!) verwendet werden;  

FRISCH ODER GETROCKNET: Zur Trocknung für einen Tee die Blüten zu Sträußchen binden oder die Blütenstände lose auf einem Backblech verteilen.

ANWENDUNG in der küche: In der Küche werden die Blüten zu Sirup verarbeitet oder in Pfannkuchenteig gebacken; die reifen Beeren werden zu Marmelade, Saft oder ebenfalls zu Kücherl verarbeitet; einzelne Blüten eignen sich auch zur Dekoration auf Salaten; Holunder Hydrolat eignet sich sehr gut zur Parfümierung von Kompott, Süßspeisen, Eis;

ANWENDUNG: Tee (innerlich und äußerlich), als Tinktur und Hydrolat

  • Tee (innerlich) bei Erkältungen und Fieber
  • Tee (innerlich) wirkt schweißtreibend
  • Tee (innerlich) bei Harnwegsentzündungen
  • Hydrolat (äußerlich) bei gestresster, leicht entzündeter Haut bzw. kleinen Hautpickelchen
  • Hydrolat (äußerlich) bei Sommersprossen, Altersflecken,...
  • Hydrolat (äußerlich) als Leave-In Haarserum bei häufigem Haare Waschen, fettigen Haaren und Schuppen
  • Hydrolat (äußerlich) bei geschwollenen Tränensäcken (in Form von Augenkompressen) und zur Pflege der Hautpartien um die Augen

Produkte mit HOLUNDER:
INIZIO verwendet Holunder vor allem als Hydrolat.
Holunder-Hydrolat

Zum Hydrolat-Sortiment von Inizio Naturkosmetik

 


LUNAS EMPFEHLUNG:
EINFACHER Holunderblütensirup

5 große oder etwas mehr kleine Holderblüten mit 1 Liter heißem Wasser übergießen. 1 kg Zucker und 20 g Zitronensäure unterrühren und 24-48 Stunden in einem verschlossenen Glas ziehen lassen. Das Gemisch immer wieder gut durchschütteln. Durch ein Tuch abseihen, kurz aufkochen lassen und in Flaschen abfüllen.

Auch Holunderblüten Hydrolat kann zum Parfümieren von Speisen und Drinks verwendet werden.

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Persönliche Erfahrungen

Hilft Holunder bei Pigment-, Sommer bzw. Altersflecken?

Die einen lieben sie, die anderen mögen sie überhaupt nicht: Sommersprossen. In den allermeisten Fällen sind Sommersprossen bzw. Pigmentflecken harmlos. Verantwortlich dafür sind Melanozyten, die Melanin produzieren. Welcher Hauttyp man ist, wie schnell man braun wird und ob man zu Pigmentflecken neigt, ist zum Großteil genetisch bedingt und passt auch zu uns. Grundsätzlich sollte man wissen: die Haut erneuert sich im Durchschnitt ca. alle 30 Tage, kurzfristige Resultate lassen sich also nur durch chemisches Hautbleaching oder durch Überdecken der Haut erzielen.

Kann man die braunen Flecken nun auf natürliche Weise verhindern bzw. mindern? 💚 Ein persönlicher Bericht. Mit der ersten Gartenarbeit entstanden bei mir jedes Jahr erneut große Pigmentflecken auf der Stirn und um die Augen – ich habe leider kein Foto davon, um die Flecken zu zeigen. Im Herbst verblassten sie dann langsam wieder. Seit drei Jahren verwende ich nun ab Jänner bis in den Sommer hinein morgens und abends Holunder-Hydrolat als abschließendes Gesichtswasser. Die Flecken sind, wie man sieht noch da, sie werden aber lange nicht mehr so ausgeprägt, die Bräunung erfolgt ebenmäßiger. Sommersprossen entstehen vermehrt nach Sonneneinstrahlung im Frühjahr bzw. Sommer. Sonnencremen können also einen gewissen Schutz vor Sommersprossen bieten. Mir persönlich hat Holunder besser geholfen.

FAKT IST: Durch eine einwöchige Anwendung wird man kein Resultat sehen. Stark sichtbare Flecken werden wohl auch nicht weggehen. Bei der Entstehung von neuen Flecken kann Holunder hingegen durchaus für eine schönere, ebenmäßigere Hautfarbe und hellere Sommersprossen sorgen. Nebenbei ist Holunder ein angenehm riechendes, sanft reinigendes und pflegendes Gesichtswasser und ein toller, natürlicher Erfrischungsspray für einen guten Start in den Tag.

 

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HINWEIS: Inizio übernimmt keine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben. Die Inhalte dieser Seite sind in keiner Weise Ersatz für medizinische Beratung und Behandlung durch einen Arzt. Inizio möchte außerdem keine Anleitung zur Selbstdiagnose geben, die Inhalte dienen nur der Basis- bzw. Zusatzinformation.

 

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Wir sind nicht Herren der Natur, sondern nur ihr Teil.

[Richard von Weizsäcker]

 

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