Lieben Sie auch das Vogelgezwitscher?


Vom Artensterben und von längst verblühten Sonnenblumen

Stieglitz

Es ist Spätherbst, die Sonnenblumen sind längst verblüht. Und eigentlich sind sie auch nicht mehr schön. So braun und dürr, wie sie so dastehen und dem Wind trotzen.


Im Herbst räumt man – sollte man überhaupt noch einen haben – den Garten rund ums Haus auf. Äpfel werden bis auf den Letzten geerntet, Pflanzen werden ausgerissen, mehrjährige Stauden bis auf den Boden zurückgeschnitten. Der Rasen noch einmal kurz geschoren und ja, die Sonnenblumen sind auch keine Zierde mehr, sie werden ausgerissen. Aber eigentlich rentiert sich ein Gemüse- und ein Bauerngarten mit Blumenstauden und alten Obstsorten sowieso nicht mehr Sie können das Bio-Gemüse ja auf dem Markt kaufen und die Arbeit im eigenen Garten ist nicht sinnvoll und viel zu mühsam, oder?


Artenvielfalt?

Wer braucht schon 550 Wildbienenarten, Wespen und Hummeln.

Bei Artensterben denken wir an die Orang-Utans in Borneo oder die großen Pandabären. Das aber auch der Zustand der Artenvielfalt in Mitteleuropa bedrohlich ist, ist für die meisten von uns überhaupt keine Thema. Wen interessiert es schon, ob es diesen oder jenen Käfer, den sowieso niemand vom anderen unterscheiden kann, nicht mehr existiert? An vorderster Stelle der Ursachen stehen Monokulturen und die Folgen der einseitigen landwirtschaftlichen Nutzung. Aber die intensive Bebauung der Flächen in den Städten und Dörfern und das Fehlen von Kleingärten mit Wiesen, Blumen und alten Obstbäumen, mit Hecken und Teichen spielt eine nicht zu unterschätzende Rolle. Welche Folgen das Auswandern und Aussterben von z.B. Insekten zur Folge haben wird, werden wir wohl immer mehr zu spüren bekommen.

Denn für das ökologische Gleichgewicht sind sie extrem wichtig - nicht nur weil sie andere Schädlinge fressen sondern auch weil sie selbst als Futter dienen. Von den ursprünglich über 550 in Deutschland heimischen Wildbienenarten sind z.B. rund 40 schon ausgestorben, mehr als 40 Prozent gelten als bestandsgefährdet. Weniger Insekten bedeutet aber auch weniger Bestäuber und das gefährdet nun wieder die Pflanzenwelt. Für Säugetiere, die aber von genau jenen Insekten oder Pflanzen leben ein extremes Problem. Nicht nur, dass ihr Lebensraum schon längst Wohnanlagen, Freizeit- oder Liftanlagen weichen musste und die Umweltbelastung stetig steigt, ihnen fehlt nun schlichtweg einfach die Nahrung.

Krokus

Zurück zu unseren Sonnenblumen

Bei uns sieht es anders aus. Natürlich wird im Herbst der Acker und der Garten aufgeräumt, noch einmal durchgejätet, umgegraben und zurückgeschnitten. Aber die Echinacea ranken ihre längst verblühten Köpfe noch in die Höhe, das Laub wird unter einem Baum zu einem Haufen zusammengekehrt und nicht weggefahren und die Sonnenblumen bleiben bis in den Februar hinein stehen.

Herbst

Das mag nicht ganz so schön sein, aber wissen Sie, was schön ist? Die fünf Stieglitze, die gerade auf meinen Sonnenblumen herumturnen und sich an den Kernen satt fressen. Der Buntspecht, der an meinem 60-jährigen Apfelbaum hämmert, die Gänseblümchen, die vereinzelt im Rasen blühen und jetzt schon Lust auf Frühling machen und die Blaumeisen, die noch nach allerlei Ungeziefer suchen. Wenn ich Glück habe, überwintert auch heuer wieder ein Igel in unserem Laubhaufen, im Frühling erwacht das Eichhörnchen aus seinem Winterschlaf und im Sommer kommt der Wiedehopf zu Besuch. Ja und wissen Sie, was so richtig gut schmeckt? Ein Apfel direkt vom eigenen Baum.







 

Ab Februar blüht es bei uns bis hinein in den Dezember. Genau genommen blüht und wächst eigentlich immer etwas, egal ob Gundermann unter der Schneedecke, Schneeglöckchen, Krokusse, Primel, Gänseblümchen im Frühling – Ringelblumen, Kamille, Lavendel, Spitzwegerich, Muskatellersalbei, Mädesüß im Sommer oder sogar im November noch Fenchel, Rosen und letzte Lavendelblüten,... So finden bei uns Insekten immer Nahrung und haben genügend Möglichkeit zu überwintern.

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Fazit

Genau deshalb ist es so wichtig, regionale Unternehmen zu unterstützen, die im Land Äcker und Felder pflegen und bewirtschaften und nicht in riesigen Monokulturen billige Nahrungs- bzw. Futtermittel produzieren.
Und vielleicht können wir Sie ja auch ein wenig inspirieren, Ihren Garten zu neuem Leben zu erwecken oder auf Ihrer Terrasse eine Blumen- und eine Gemüsekiste anzupflanzen und entspannt den Meisen zuzusehen...

Meisen

Geschäftsführer
INIZIO e.U.

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Last Update: 10/2018 | © 2018 Inizio e.U.

 

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